5 Tipps für ein entspanntes Familienleben

Kennt ihr das? Überall findet man 5 Punkte-Pläne, 5 Tage challenges, die ultimativen Tipps für jede Lebenslage. Da darf der 5 Punkte Plan zu einem entspannten Familienalltag auf meinem Blog natürlich auch nicht fehlen:

  1. Schmeißt Erziehungsratgeber ins Altpapier. Nicht, weil sie allesamt schlecht sind. Es gibt sogar einige recht gute Angebote mit wertvollen Tipps. Und grundsätzlich ist auch Nichts dagegen einzuwenden, sich Rat zu speziellen Themen zu holen. Das Problem daran ist aus meiner Sicht folgendes: Viele Eltern sind so dermaßen verunsichert durch die Vielfalt an Meinungen, dass sie verlernt haben, auf ihr Herz zu hören und auf ihr Gefühl zu vertrauen. Kinder sind da unsere größten Vorbilder. Sie sind ganz nah bei sich und ihren Gefühlen. Wenn ihr also ein bestimmtes Thema näher beleuchten wollt und Euch dazu Rat in Erziehungsratgebern holen wollt, ist das bestimmt nicht verkehrt (eine gesunde Skepsis schadet dennoch nicht). Wenn ihr Euch aber völlig unsicher seid, welcher Erziehungsstil für Euch und Eure Kinder der richtige ist und ihr Euch wiederholt überfordert fühlt in Alltagssituationen, hört in Euch rein. Was stört Euch, was wollt ihr verändern, was braucht ihr und was brauchen Eure Kinder. Ihr seid die Experten für Eure Gefühlswelt und die Eurer Kinder. Die Antwort auf Eure vielen Fragen steckt in Euch selbst. Vertraut auf das ureigene Bedürfnis von Eltern, für ihre Kinder das Beste zu wollen. 
  2. Sobald ein Gespräch mit anderen Eltern mit „mein Kind kann aber schon…“ beginnt, sofort das Weite suchen. Ein weit verbreitetes Phänomen in allen Entwicklungsstufen des Elternseins. Von Säuglingseltern, deren Baby schon ab Tag 1 durchschläft bis zum Schulkind, was schon lange Lesen und Schreiben kann und wahrscheinlich demnächst auf Hochbegabung getestet werden soll. Diese Gespräche sind oft davon geleitet, ein Gefühl der Unzulänglichkeit beim Gegenüber kompensieren zu wollen. Und am Ende hinterlassen Sie meist genau dieses Gefühl, bei allen Beteiligten. Kinder sind so unterschiedlich wie Erwachsene. Sie haben verschiedene Talente und es gibt auch immer Dinge, die einige Kinder vielleicht nicht so gut können wie Andere. Solange der Kinderarzt nicht hellhörig wird, erfreut Euch an der Vielfältigkeit und der Einzigartigkeit Eurer Kinder. 
  3. Legt besonderes Augenmerk auf die Stärken Eurer Kinder. Zugegeben, es knüpft ein wenig an Punkt 2 an. Dennoch ist dies ganz wesentlich, um aus Euren Kindern starke Persönlichkeiten zu machen. Ein Kind, welches hin und wieder etwas tollpatschig ist, wird dies nicht ablegen, indem ihr es immer wieder darauf hinweist. Im Gegenteil. Es wird noch unsicherer und noch tollpatschiger werden. Wenn ihr es aber in seinen Stärken bestärkt und hierauf besonderes Augenmerk legt, könnt ihr so das Selbstvertrauen Eures Kindes stärken und damit automatisch die Selbstwirksamkeit im Hinblick auf seine „Schwächen“  erhöhen. 
  4. Wer zuerst lacht, lacht am längsten. Lachen und Spaß bei der Erziehung ist das am meisten unterschätzte Erziehungsinstrument. Kinder sind so dankbare Rezipienten von Komik. Sie sind so leicht zum Lachen zu bringen und haben großen  Spaß daran, wenn Erwachsene Unsinn machen.  Und testet es mal an Euch selbst: der Tag startet viel leichter, wenn ihr herzhaft gelacht habt. Und Lachen hat nachweislich noch viel mehr positive Auswirkungen auf die Psyche. 
  5. Me first. Viele Eltern sehen sich heutzutage mit unfassbar vielen Erwartungen konfrontiert. Eine Mutter muss stets liebevoll sein, für einen vollen Kühlschrank und eine saubere Wohnung sorgen, sie muss noch mindestens in Teilzeit arbeiten und trotzdem immer gut und ausgeschlafen dabei aussehen. Väter sollen Karriere machen, trotzdem ab spätestens 16 Uhr für die Familie Zeit haben, einfühlsam sein, die Kugeln für den Weihnachtsbaum mit aussuchen und sie dürfen auf keinen Fall jemals Schwäche zeigen. Eltern geben in meiner Erfahrung allzu oft ihre eigenen Bedürfnisse mit dem Tag der Geburt ihrer Kinder ab. Sie haben einfach keine mehr zu haben. Natürlich fordert besonders die Säuglingszeit viel Aufmerksamkeit. Und das ist auch gut und richtig so. Aber auch hier dürfen Eltern sich Unterstützung holen. Und irgendwann werden die Kleinen selbständiger. Da ist es auch okay, wenn sie mal bei Oma übernachten. Oder sie in die Kita gehen und man sich trotzdem einen freien Tag in der Woche gönnt. Äußern Eltern ihre Bedürfnisse, gelten sie als egoistisch. Dabei ist es offensichtlich, wie wichtig die Liebe zu sich selbst ist. Eltern können aus meiner Sicht nur gute Eltern sein, wenn sie selbst glücklich sind. Und das funktioniert nur, wenn sie ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Interessen, Leidenschaften auch weiterhin leben dürfen. Und zwar ohne dafür verurteilt zu werden. 


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s