Das Märchen vom perfekten Weihnachtsfest

Alle Jahre wieder…kommt der Wahnsinn!

Na klar, Weihnachten mit Kindern ist eine tolle Sache. Und wenn man es schafft, alle Weihnachtseinkäufe ohne Nervenzusammenbruch (oder des Paketboten) rechtzeitig zu besorgen, und wenn an Heiligabend der Weihnachtsbraten nicht verbrannt ist, und wenn dann Alle entspannt unterm Weihnachtsbaum sitzen und wenn kein Kind seine Geschenke doof findet…Ganz schön viele wenns, zu viel Platz für abers, oder?

Ich bin nun Ende 30 und habe einen tollen Mann und zwei wundervolle Kleinkinder. Weihnachten hat seit ich selbst Mutter bin, nochmal eine neue Bedeutung für mich bekommen. Die Kinder sind immer so furchtbar aufgeregt, glauben noch an die Magie von Weihnachten. Das Alles macht es sehr besonders. Ihre Augen zu sehen, wenn Sie ins Zimmer kommen und „das Christkind war da“ rufen, sind unbeschreiblich schön.

Und dennoch ertappe ich mich jedes Jahr dabei, dass ich mir die Adventszeit immer stressiger gestalte. Zum Teil hausgemacht. Klar, die Adventszeit ist vollgepackt mit Erledigungen, Advents- und Weihnachtsfeiern und ach ja, der ganz normale Wahnsinn läuft ja auch nebenher noch weiter (Schule, Kita, Arbeit, Haushalt, Einkaufen, Sportverein). Und dabei arbeite ich derzeit nichtmal (wenn man arbeiten nur mit einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit gleichsetzt). Aber eben auch vollgepackt mit Erwartungen an mich selbst, dass das Weihnachtsfest unvergesslich für Alle werden soll. Das nimmt mir manchmal die Vorfreude darauf.

Und so drängt sich mir die Frage auf, ob die Zeit einfach immer stressiger wird und die Erwartungen in der heutigen Zeit an Eltern immer größer werden oder ob ich mir diesen Stress selbst mache. Kopfkino der anderen Art sozusagen.

Und wie ich so grüble fällt mir ein Weihnachtsfest vor 2 Jahren ein, das alle meine Fragen in Sekunden beantwortet: Mein Kind wünschte sich einen echten Schatz. Ich habe tagelang on- und offline nach einer „weihnachtsgeschenkkompatiblen“ Schatztruhe gesucht. Als ich keine fand, entschied ich mich, sie selbst zu basteln. Zugegeben mit einem schlechten Gewissen, weil ich kein begnadetes Basteltalent habe und weil es ja „nur“ eine unbedeutende, selbstgebastelte Schatztruhe war. Außerdem hatte ich auch „nur“ Goldtaler und Edelsteine aus Plastik gefunden, die sahen nicht mal besonders hochwertig aus. Also zog ich erneut los in die Onlinewelt und bestellte ein weiteres, recht teures Geschenk (ich weiß schon garnicht mehr, was es war und Achtung Spoiler: mein Kind auch nicht), sozusagen als Entschuldigung für meine Unzulänglichkeit beim Thema Schatztruhe.

Und ihr ahnt es wahrscheinlich schon…Mein Kind war sooo begeistert davon, eine ECHTE SCHATZTRUHE MIT ECHTEM GOLD UND EDELSTEINEN geschenkt bekommen zu haben, dass dieses Geschenk Monate lang einen Ehrenplatz bekam und alle anderen Geschenke völlig uninteressant waren.

Und die Moral von der Geschicht`?! Ob von innen oder außen, mach Dir den Stress doch nicht!

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