Nur Eine kann Germany‘s next Topmodel werden?

Carolin Kebekus. Früher (un)bekannt für ziemlich derbe Witze, hat sich gemausert zu einer verdammt witzigen, großartigen Feministin. Am Samstag war ich live bei ihrem Programm, habe Tränen gelacht und festgestellt, wie sehr wir uns bei einem Thema einig sind: die Rollenmodelle für unsere Mädchen. Und von ihr habe ich den Titel für diesen Beitrag geklaut.

Im Ernst, habt ihr schonmal Kindersendungen mitgeschaut?! Die Sendungen für Mädchen sind gruuuselig, ja oft fast unterirdisch. Es geht immer um das Gleiche: es gibt ein wunderschönes Mädchen, etwas naiv und idealerweise Prinzessin, das in seiner Stellung von anderen Mädchen bedroht wird. Es gibt Intrigen, Zickereien und Rivalität. Am Ende vertragen sich die Ziegen auf oft unrealistische Weise, nicht selten durch Singen. Hä?!

Bei Sendungen für Jungs sieht das meist völlig anders aus. Da gibt es meist ein Team rund um den Protagonisten und sie kämpfen gemeinsam gegen einen Bösewicht.

Was wollen diese Sendungen uns Glauben machen? Sie wollen uns vermitteln, dass Frauen Zicken sind, die ständig rivalisieren und nur allein an der Spitze bestehen können.

Und wenn wir als Frauen in uns hören merken wir, dass wir das kennen. In der Disco Samstag Abend in der Schlange zur Mädchentoilette reden nur Freundinnen untereinander. Fremden gegenüber sind wir argwöhnisch, skeptisch. Jungs dagegen haben oft viel weniger Berührungsängste mit fremden Männern, die Stimmung ist ausgelassen.

Komisch, oder? Eigentlich sind wir Frauen doch die Netzwerker, die Kommunikationsgenies, empathisch. Wie passt das zusammen?! Genau: Garnicht!

Nun, hier meine (gewagte) Hypothese: wir haben die falschen Rollenmodelle. Wir bekommen vorgelebt, wie Mädchen sind: schön, naiv, zickig, intrigant. Ganz besonders im Fernsehen erleben wir diese verstaubten Rollenbilder.

Vielleicht ist dies auch ein Grund dafür, dass wir Frauen nicht völlig gleichberechtigt in der Welt unterwegs sind und nicht nur, dass es hochrangige Männer gibt, die ihrem Mini me Jobs zuschustern. Sondern eben auch, dass wir Frauen uns gegenseitig den Dreck unter den Nägeln nicht gönnen. Wir beäugen einander kritisch, teilweise arbeiten wir sogar gezielt gegeneinander. Als Konkurrenz im Job aber auch außerhalb, erleben wir nicht die Männer, sondern andere Frauen.

Danke Carolin, dass Du auf breiter Front für ein Umdenken wirbst. Es kann nicht nur Eine von uns Germany’s next Topmodel werden, wir Alle können es!

Und auch im Kleinen werbe ich dafür, dass wir Mädchen auch andere Rollenbilder anbieten. Ein bisschen weniger Disneyprinzessinnen und ein wenig mehr Izzys aus Jake und die Nimmerlandpiraten würde der Mädchenwelt sicher gut tun. Wie stark könnten wir sein, wenn wir uns nicht ständig gegenseitig bekämpfen würden.

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